Rekord im Landkreis

Zuletzt aktualisiert: 13 März 2014
Erstellt: 22 Oktober 2013

Rekord im Landkreis - Hanskarl Link ist seit 50 Jahren Feuerwehrmann

So lange war im Landkreis noch niemand im aktiven Dienst.76193354-p-590 450

ST. BLASIEN. Die Ehrung ist bislang einmalig: Hanskarl Link, der stellvertretender Kreisbrandmeister ist, gehört seit 50 Jahren der aktiven Feuerwehrmannschaft an. Dafür erhielt er jetzt von Kreisbrandmeister Thomas Santl eine Ehrung des Landes. Im Landkreis sei noch niemand für so viele Jahre geehrt worden. Mit langem Beifall gratulierten die Mitglieder der Feuerwehr im Gerätehaus.

"Außer der Kameradschaft hat sich nahezu alles verändert", sagte Hanskarl Link der Badischen Zeitung mit Blick auf die fünf Jahrzehnte. Das Einsatzspektrum und die Ausstattung hätten sich sehr stark gewandelt.

Noch ehe er 1963 Mitglied der Feuerwehrmannschaft wurde, erlebte er eine andere Premiere: Sein Vater, der damals Feuerwehrkommandant und ebenfalls stellvertretender Kreisbrandmeister (allerdings des früheren Landkreises Hochschwarzwald) war, habe die Bedeutung der Jugend für die Feuerwehr erkannt und deshalb die Gründung einer Jugendfeuerwehr angeregt. 1958 war es in St. Blasien so weit. Die Domstadt könne man fast als Wiege des deutschen Jugendfeuerwehrwesens bezeichnen.

Mit seinem Vater und dem damaligen Präsidenten des deutschen Feuerwehrverbandes sei er damals viel unterwegs gewesen. Er erlebte, wie in den Bundesländern über den Versicherungsschutz für den Nachwuchs diskutiert und die Jugend in die Feuerwehrgesetze aufgenommen wurde. 1964 wurde die deutsche Jugendfeuerwehr dann offiziell gegründet.

"Jetzt hältst Du mal den Schlauch" – so könne man knapp das Ausbildungskonzept beschreiben, als er 1963 in die Feuerwehrmannschaft aufgenommen wurde, erzählt Link. Der Nachwuchs habe also aus der Erfahrung der älteren Feuerwehrmänner gelernt. Zwar gab es auch zu der Zeit schon Fortbildungsmöglichkeiten, die heutige Struktur der Ausbildung sei aber erst rund drei Jahrzehnte alt.

Der Feuerwehrdienst ist in den vergangenen 50 Jahren deutlich professioneller geworden, sagt Link, der selbst in St. Blasien für die Ausbildung verantwortete, lange Zeit Schriftführer und 15 Jahre Stadtkommandant war. Die Technik ist viel ausgereifter, den Einsatzkräften stehe eine große Zahl an Hilfsmitteln zur Verfügung. Erfolgreich habe man früher auch gearbeitet – auch mit der gerade verkauften Drehleiter konnte man erfolgreich eine Brandkatastrophe im Kolleg und im Dom verhindern. Aber die neue Drehleiter werde mit Hilfe von 15 Computern gesteuert, die die Arbeit der Feuerwehrleute vereinfache.

Weniger gefährlich sei die Arbeit der Feuerwehr aber nicht geworden, die Gefahren hätten sich verschoben: Früher gab es noch keinen Atemschutz, bei Einsätzen "haben wir Rauch gefressen". Heute komme man dafür unter Umständen mit sehr gefährlichen Chemikalien in Kontakt.